Deutschdidaktik Primarstufe

Digitales Lesejournal und Textannotation

Mit meinem Umstieg auf das papierlose Büro vor Jahren habe ich mir auch die App GoodReader angeschafft, mit der ich Texte umfangreich bearbeite.

Hauptgrund für meinen Umstieg war das Vermeiden der hohen Druck- und Kopierkosten und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Papierlos arbeiten heisst für mich, meine Arbeitsumgebung mit allen (jeweils benötigten) Büchern, Zeitschriften und Artikeln jederzeit und überall dabei zu haben. So kann ich auch unterwegs und in Randzeiten an einem aktuellen Thema weiterarbeiten und erlebe nie mehr, dass ich zwar gerade Zeit hätte aber nicht auf das benötigte Material zugreifen kann. In meiner privaten Wohn- und beruflichen Arbeitsumgebung konnte ich durch das Digitalisieren von Dokumenten und den Umstieg viel Platz und Ordnung schaffen. Elektronische Notizen und Dokumente lassen sich zudem über die heutigen Suchfunktionen auf allen Geräten blitzschnell wiederfinden.

Mein Workflow lässt sich folgendermassen umreissen:

  • e-book online kaufen (meist als e-pub) oder Artikel in der Bibliothek scannen, bzw. über den Zugang meiner Institution als pdf-Datei runterladen
  • e-book mit der App Calibre in eine pdf-Datei umwandeln (Ausgabe lässt sich beliebig an eigene Wünsche anpassen: Auflösung, Schriftgrösse, das Beibehalten der originalen Paginierung etc.)
  • pdf-Datei in meinem e-book-Ordner in der Dropbox speichern (Dropbox ist mit GoodReader verknüpft)
  • GoodReader öffnen, „sync“ wählen (synchronisieren)
  • das e-book öffnen, lesen und bearbeiten
  • Notizen direkt im e-book eingeben, bei umfangreichen Annotationen führe ich gelegentlich ein Lesejournal in Notion

Im Video stelle ich die einfachsten Annotationsfunktionen in GoodReader kurz vor:

Annotationsfunktionen in GoodReader

Ich habe mir eine dokumentübergreifende Strategie im Markieren von Textstellen angewöhnt, die gerade bei der Arbeit mit GoodReader grosse Vorteile hat:

Annotationen wiederfinden in GoodReader

Die demonstrierte Vorgehensweise erlaubt es mir, Passagen an die ich mich später wieder erinnern möchte, die aber aus der Erinnerung nur schwer mit dem bearbeiteten Dokument in Verbindung gebracht werden können, wiederzufinden. Z. B. bietet der hier bearbeitete Text zur Ästhetik auch einen kurzen Abriss zu den Vorsokratikern. Dieser Exkurs ist eigentlich nicht Thema des Werkes, bietet aber einige Hinweise, die für mich in anderen Zusammenhängen wichtig werden könnten. GoodReader erlaubt es mir, meine Annotationen aus dem Dokument heraus zu extrahieren und z. B. an mein Evernote-Konto zu mailen. Die gemailte Notiz wird dann automatisch mit dem Werktitel versehen (da ich das pdf-Dokument, das ich in GoodReader bearbeite, immer nach dem Schema: ‚[Autor·in] [Jahr] –[Titel] speichere‘). Ich kann noch ein entsprechendes Schlagwort vergeben und muss mich künftig nur noch daran erinnern, dass ich irgendwann einmal etwas Gutes zu den Vorsokratikern gelesen habe. Dieses Stichwort ‚Vorsokratiker‘ gebe ich in Evernote ein und finde die Notiz. Ich kann den Artikel oder das e-book sogar in Evernote verlinken, so dass ich es mit einem Klick sofort öffnen und die entsprechende Textstelle nachschlagen kann.

GoodReader bietet eine praktische Oberfläche, um mit multiplen Texten hantieren zu können:

Für meinen eigenen Lernprozess ist das kollaborative Lesen und Bearbeiten von Texten immer sehr hilfreich. Notion eignet sich besonders gut dazu, weil sich – im Gegensatz zu Google Docs – Medien aller Art bequem in die Textdokumente einbinden lassen und überhaupt der ganze Text wie eine interaktive Webseite gehandhabt werden kann. Gerade wenn man multiple Texte zusammen bearbeitet, kommen Google Docs schnell an die Grenzen der Übersichtlichkeit. In Notion teilt man einen gemeinsamen Arbeitsbereich, in dem die Texte beliebig organisiert und miteinander verlinkt werden können:

Notion ist für Lehrende und Lernende in der Pro-Version kostenfrei. Dazu muss man sich mit einer Email-Adresse einer Bildungsinstitution registrieren oder – falls man sich privat registriert hat – die Email-Adresse nachträglich ändern. Sollte Notion Labs Inc. die Bildungsinstitution noch nicht im System registriert haben, genügt eine kurze Nachricht an den Support (am besten mit einem Link zur Internetpräsenz der eigenen Schule, Fachhochschule, Höheren Fachschule oder Universität) und innerhalb von 24h wird der Antrag bearbeitet. Man muss dann lediglich im eigenen Notion-Konto auf den Link „Get Free Education Plan“ anwählen und ein Passwort setzten.

Comments (2):

  1. Serkan Erol

    3. August 2020 at 11:28

    Eine sehr praktische Arbeitsweise. Dein Workflow hat das Potenzial viele Nachahmer zu finden. Danke für die Mühe.

    Antworten
    • adromontefusco

      3. August 2020 at 11:40

      Danke, Serkan. Ich werde hier nach und nach noch mehr Details posten. Ich kann mich dem Thema gerade nur in kleinen Zeithäppchen widmen.

      Antworten

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